Orts- und Häuserkampf

Jetzt gehts ans Eingemachte. Schön aufpassen !

Rechts gibts das ganze auch als .pdf zum Download.

Trainingsplan Infanterie Orts- und Häuserkampf(OHK)

 

Inhalt:

  1. Besonderheiten des Orts- und Häuserkampfes

  2. Vorgehensarten

  3. Annäherung an Gebäude

 

zu 1.:

Der Orts- und Häuserkampf ist die Königsklasse der Kampfarten. Er unterscheidet sich grundlegend von Wald- oder Flächenkämpfen. Es geht um Geschwindigkeit, leises Vorgehen und Präzision. Um das zu erreichen muss das ganze einerseits einfach und simpel geregelt sein, und andererseits regelmäßig geübt werden. 

 

  • Das Gefecht findet in 3 Dimensionen statt.
    Im Wald bzw. auf freier Fläche ist meist mit Feind auf gleicher Höhe (inkl. Hügel und Täler) zu rechnen. Im OHK hingegen verlagert sich ein Gefecht schnell in die Vertikale. Man kann von Balkonen, Fenstern, Terrassen und Dächern beschossen werden, oder selber von diesen aus wirken.

 

  • Das Lagebild ist wichtiger denn je.
    Gerade im OHK steht und fällt der Erfolg mit schnellen und präzisen Befehlen und Entscheidungen. Um diese zu Treffen bzw. umsetzen zu können, ist ein guter Überblick über die Lage von immenser Bedeutung.

 

  • Sicherungsbereiche sind der Schlüssel.
    Innerhalb von wenigen Sekunden kann sich eine Lage in einer Ortschaft schlagartig ändern. Hinter jedem Fenster und jeder Ecke kann ein Hinterhalt gelegt sein, der nur auf uns wartet. Daher muss jeder einzelne virtuelle Soldat stets herr der Lage sein. Ein jeder hat seine zugewiesenen Sicherungsbereiche, die es sorgfälitigstenstens zu beobachten gillt. 


 

zu 2.:

Eben wie im Feld stehen uns im OHK mehrere Vorgehensweisen zur verfügung:

Einfaches Vorgehen
Hier wird nicht großartig angehalten um sich abzusichern. Die Formation läuft als solche durch die Ortschaften.

+ Schnelles Vorgehen

+ Einfach zu Organisieren

- Unsicher, da sicherungsbereiche nur kurz gecheckt werden

Überschlagenes Vorgehen

Dies erfolgt im Idealfall Buddyteamweise. 

  1. Von z.b. einer Schützenreihe mit 4 Buddyteams (BT’s) ausgehend, knien BT1, BT2 und BT3 ab.

  2. BT4 übergeht von hinten die Reihe und begibt sich c.a. 20m vor BT1 in Stellung.

  3. BT3 übergeht von hinten die Reihe und begibt sich c.a. 20m vor BT4 in Stellung.

  4. BT2 übergeht von hinten die Reihe und begibt sich c.a. 20m vor BT3 in Stellung.

Die oben stehenden Schritte werden wiederholt, bis ein Halt befohlen, bzw. ein vorher festgelegtes Ziel erreicht wird.

Dieses Vorgehen kann auf jede beliebige Größe skaliert werden. Die Buddyteams kann man durch Fireteams, Gruppen oder sogar ganze Züge austauschen.

+ Mittelschnelles Vorgehen

+ Gute Sicherungsmöglichkeiten

- Benötigt ein eingespieltes Team, sonst viel micromanagement des GrpFhr

 

Raupenartiges Vorgehen

Wie der Name bereits andeutet, bleibt der “Kopf der Raupe” bzw. das erste Buddyteam weiterhin auf der ersten Position. 

  1. Von z.b. einer Schützenreihe mit 4 Buddyteams (BT’s) ausgehend, knien BT2, BT3 und BT4 ab.

  2. BT1 geht weiter und begibt sich c.a. 20m vor der alten Position in Stellung.

  3. BT2 rückt zur Position von BT1 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position.

  4. BT1 geht weiter und begibt sich c.a. 20m vor der alten Position in Stellung.

  5. BT3 rückt zur Position von BT2 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position. 

  6. BT2 rückt zur Position von BT1 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position.

  7. BT1 geht weiter und begibt sich c.a. 20m vor der alten Position in Stellung.

  8. BT4 rückt zur Position von BT3 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position.

  9. BT3 rückt zur Position von BT2 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position. 

  10. BT2 rückt zur Position von BT1 nach, drückt diese “raus” und übernimmt die alte Position.

  11. BT1 geht weiter und begibt sich c.a. 20m vor der alten Position in Stellung.

Die oben stehenden Schritte werden wiederholt, bis ein Halt befohlen, bzw. ein vorher festgelegtes Ziel erreicht wird.

Dieses Vorgehen kann auf jede beliebige Größe skaliert werden. Die Buddyteams kann man durch Fireteams, Gruppen oder sogar ganze Züge austauschen.

+ Sehr Sicher, da die sich nie mehr als 1 BT bewegt.

- Langsames Vorgehen



 

zu 2.

Schnelles Vorgehen:

Das schnelle Vorgehen ist gleichzeitig auch das einfachere. Dies benutzt man am besten, wenn man in einer kleinen Gruppe (< 8 Mann) unterwegs ist.

  1. Erreichen der Sturmausgangsstellung

  2. Anmarsch auf das Zielgebäude, Marsch Marsch, Waffe im Anschlag, in Reihe. Sicherungsbereiche: 1 Vorne, 2 L/R, 3 L/R, 4 Fenster Vorne

 

Langsames Vorgehen:

Das etwas komplexere, langsamere Verfahren benötigt ein Deckungs und ein Sturmelement mit je > 4 Mann. Im Idealfall befinden sich die beiden Elemente im 90° Winkel zueinander. Das sogenannte L-Shape Verfahren.

  1. Erreichen der Sturmausgangsstellung und der Deckungsstellung

  2. Anmarsch des Sturmteams auf das Zielgebäude. Bei nicht verdecktem vorgehen gibt das Deckungsteam Deckungsfeuer.

  3. Nach dem eindringen des Sturmteams verbleibt das Deckungsteam in Sicherung und kann im Notfall nachgezogen werde

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